Adventskalender 2008
Das
Wunderland Deutsch
wünscht Ihnen eine literarisch-besinnliche Weihnachtszeit!
© Copyright 2008 | Barbara Bauer |
Wunderland Deutsch
Ich kenne nichts auf der Welt,
das eine solche Macht hat, wie das Wort.
Manchmal schreibe ich eines auf
und sehe es an, bis es beginnt zu leuchten.
(Emily Dickinson)
Die Grenzen meiner Sprache
bedeuten die Grenzen meiner
Welt.
(Ludwig Wittgenstein)
… Aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.
(Theodor Fontane)
Fantasie haben heißt nicht,
sich etwas auszudenken,
es heißt, sich aus den Dingen
etwas zu machen.
(Thomas Mann)
Was ich aber am meisten liebe,
ist die deutsche Sprache.
Ich kann in ihr meinen Traum leben,
in ihr bin ich zum Schriftsteller geworden.
Sie ist für mich das Tor zur Welt.
(Andreas Altmann)
Wie leide ich vor Sehnsucht!
Wäre es doch Weihnachten!
(Hans Christian Andersen)
Wenn der deutsche Schriftsteller in einen
Satz taucht, dann hat man ihn
die längste Zeit gesehen, bis er
auf der anderen Seite seines Ozeans
wieder auftaucht mit seinem Verbum im Mund.
(Mark Twain)
Die Poesie heilt die Wunden,
die der Verstand schlägt.
(Novalis)
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt‘s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!
(Joseph von Eichendorff)
Der Mensch ist nur Mensch
durch Sprache.
(Wilhelm von Humboldt)
Schreiben ist leicht,
man muss nur die falschen Wörter weglassen.
(Mark Twain)
Von draußen vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
(Theodor Storm)
Im Übrigen ist das Schreiben
nichts anderes als ein
gelenkter Traum.
(Jorge Luis Borges)
... Doch dich, süße Sprache Deutschlands,
Dich habe ich gewählt und gesucht, einsam.
In Nachtwachen mit Grammatiken,
Im Dschungel der Deklinationen,
Des Wörterbuchs, das nie die genaue
Schattierung trifft, kam ich dir näher. ...
Einmal habe ich dich besessen. Heute, am Rande
Ermüdeter Jahre, sehe ich dich von
Fern wie die Algebra und den Mond.
(Jorge Luis Borges)
Weihnachtsgeläute
Im nächtigen Wind …
Wer weiß, wo heute
Die Glocken sind,
Die Töne von damals sind?
(Hugo von Hofmannsthal)
Die Wirklichkeit offenbart sich nur,
wenn sie vom Strahl der Poesie erhellt wird.
Alles um uns ist Schlaf.
(Georges Braque)
Wenn ich schreibe,
statte ich mir einen
feierlichen Besuch ab.
(Fernando Pessoa)
Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird,
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin - bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.
(R. M. Rilke)
Solange ein Mensch ein Buch schreibt,
kann er nicht unglücklich sein.
(Jean Paul)
… O weiße Weihnacht!
In mildem Leuchten
liegt ein heilig Kind,
Des Lächeln alles Leid
zur Glorie macht!
(Thomas Mann)
Der Unterschied zwischen dem beinahe richtigen Wort
und dem richtigen Wort ist so groß wie der
zwischen einem Glühwürmchen und dem Blitz.
(Mark Twain)
Weihnachten
Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend -
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.
Aber, Fürst, wenn dir's begegnet
Und ein Abend so dich segnet,
Dass als Lichter, dass als Flammen
Vor dir glänzten allzusammen
Alles, was du ausgerichtet,
Alle, die sich dir verpflichtet:
Mit erhöhten Geistesblicken
Fühltest herrliches Entzücken.
(Johann W. v. Goethe)
Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern hernieder lacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte
und hauchen durch die Winterlüfte,
und kerzenhelle wird die Nacht.
Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
mich lieblich heimatlich verlocken
in märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer Zauber hält mich wieder
anbetend staunend muß ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlieder
ein goldner Kindertraum hernieder,
ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.
(Theodor Storm)
Auch ist mir kein Weihnachten,
wo es auch war, vergessen,
ohne dass es hinter meinen geschlossenen Augen
eine Sekunde unbeschreiblich hell wurde.
(R. M. Rilke)
Die Ungeduld verlangt das Unmögliche,
nämlich die Erreichung des Ziels
ohne die Mittel.
(Georg W. F. Hegel)