Januar / Jänner

Der Monat mit zwei Gesichtern

 

Das neue Jahr hat begonnen und mit ihm ein etymologisch sehr interessanter Monat: der Januar bzw. Jänner (letzterer Name ist im süddeutschen Raum gebräuchlich). Der Januar bekam seinen Namen, nachdem der Jahresanfang um zwei Monate vorverlegt worden war (vor der Kalenderreform hatte das Jahr am 1. März begonnen). Der ideale Namensgeber schien den Römern der zweigesichtige Gott Janus zu sein, der Gott der Türen, des Ein- und Ausgangs, übertragen des Anfangs und des Endes. Der Name steht also für das Ende des alten und den Anfang des neuen Jahres: ein Gesicht des Gottes Janus blickt in das alte und das andere in das neue Jahr.

„Januar“ ist entlehnt von lat. „(mensis) Ianuarius“ und bis ins 18. Jahrhundert war der Name samt der lateinischen Endung gebräuchlich. Erst ab der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte sich der endungslose Monatsname durch.

Alte deutsche Bezeichnungen für den ersten Monat des Jahres sind Wintermonat, Hartung, Schneemonat, Wolfsmonat und Eismonat.

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... die Flammenschrift an der Wand ...

Menetekel – Vorzeichen drohenden Unheils 

„Ein Menetekel aufrichten“ – eine unheilsträchtige Redensart, die Blut gefrieren lässt und kalte Schauer über den Rücken jagt: Als Menetekel wird eine unheilverkündende Warnung, ein Mahnruf, bezeichnet.  

König Belsazar 

Die Herkunft des Wortes begründet seinen unheimlichen Charakter. Es stammt aus dem Buch Daniel des Alten Testaments, in dem ein Gastmahl des babylonischen Königs Belsazar geschildert wird. Während des Gelages erscheint eine geisterhafte Schrift auf einer Wand des Festsaales: „mene, mene tequel ufarsin“. Der König lässt seine Schriftgelehrten holen, die den Text aber nicht übersetzen können. Erst der Prophet Daniel deutet den Text als Zeichen des nahenden Unterganges des babylonischen Reiches: „Er (Gott) hat (dein Reich) gezählt ... gewogen ... zerteilt.“ In derselben Nacht wird Belsazar ermordet und das Reich den Medern und Persern übergeben. 

Heinrich Heines „Belsazar“ 

Heinrich Heine widmet dieser Begebenheit im alten Babylon seine Ballade „Belsazar“. Hier der Auszug, in dem das Menetekel an der Wand erscheint: 

„Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.
Und sieh! Und sieh! An weißer Wand
Da kam’s hervor wie Menschenhand;
Und schrieb, und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.
...
Die Magier kamen, doch keiner verstand
zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
Belsazar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht."

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„Übelsetzung“ des Jahres 2008

„wenn Sie Buch“ 

Alljährlich vergibt der Österreichische Übersetzer- und Dolmetscherverband Universitas einen Preis für die schlechteste Übersetzung. 2008 wurde diese zweifelhafte Ehre „Eurolines“ auf Grund seiner unverständlichen Fahrpläne in Osteuropa zuteil. 

Überzeugende Argumente der Jury 

Hier einige überzeugende Argumente, warum Euroline den ersten Preis erringen konnte:

  • „Sitzplatzreservierung erforderlich“ wurde in der polnischen Version als „Siedzisko zastrzezenia wymagane“ übersetzt, was so viel bedeutet wie „Sitzfläche des Vorbehaltes erforderlich“.
  • Im ungarischen Fahrplan ist von „ha ön könyv“ die Rede (= „wenn Sie Buch“) – gemeint sind damit Ermäßigungen.
  • Ebenfalls im ungarischen Fahrplan trifft man auf „marktlich“, was „mittwochs“ bedeuten sollte. Die Tagesfahrt wird zum „Sonnenweg“ und die Übersetzung von „kein Bus“ ist zur Verwirrung aller „die Busse“.  

Der Übelsetzungspreis 

Der glückliche Gewinner des Übelsetzungspreises darf sich über eine Urkunde vom Verband und ein kostenloses Verzeichnis aller Übersetzer und Dolmetscher des Verbandes freuen. Gratulation! :-)

 

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