Dezember

Der vierte absurde Monatsname 

Ebenso wie die drei vorangehenden Monatsnamen stellt der Name unseres zwölften Monats eine kleine Absurdität dar: Wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt („mensis december“) bedeutet „Dezember“ „der zehnte Monat“.

Für diese Bezeichnung gab man zahlreiche treffendere Namen auf: Im Althochdeutschen war „heiligmanod“ („Heiligmonat“) gebräuchlich, das im 15. Jahrhundert durch „Christmonat“ (Bezug nehmend auf das Christfest (Weihnachten)) verdrängt wurde. Andere ältere Bezeichnungen für den heutigen Dezember waren „Winter-, Hart-, Schlacht-, oder Wolfmonat“.

 

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Lebensmensch, Krocha und Wachteleierkoalition

Österreich wählt ein Unwort zum Wort des Jahres 2008 

Das österreichische Wort des Jahres 2008 steht fest und das Ergebnis ist durchaus erstaunlich: Platz 1 belegt nämlich ausgerechnet das Wort, das in beiden Kategorien – sowohl als Wort als auch als Unwort des Jahres – angetreten ist: „Lebensmensch“. Es handelt sich dabei eigentlich um ein durch und durch positiv besetztes Wort und bezeichnet in seiner Grundbedeutung „den wichtigsten Menschen meines Lebens“.  

Bedeutungsambivalenz 

Seit das Wort im Zusammenhang mit dem Unfalltod des österreichischen FPÖ-Politikers Jörg Haider verwendet und überstrapaziert wurde, hinterlässt es einen herben Nachgeschmack und kann als Paradebeispiel eines plötzlichen Bedeutungswandels gelten. Obwohl die Jury befand, dass seine Bedeutungsambivalenz und sein hoher emotionaler Wert „Lebensmensch“ zum Wort des Jahres 2008 machte, ist ein Gebrauch des Wortes ohne seinen fragwürdigen Kontext nicht mehr möglich. Deshalb wurde es auch von einer nicht unerheblichen Anzahl von WählerInnen als Unwort des Jahres klassifiziert, wo es auch tatsächlich besser aufgehoben gewesen wäre.  

Die weiteren Platzierungen

Den zweiten Platz sicherte sich „Krocha“, ein neues österreichisches Wort, das eine städtische Jugendbewegung bezeichnet, die im letzten Jahr stark in Mode kam. Auf Platz drei landete ebenfalls eine Wortneuschöpfung, nämlich „Wachteleierkoalition“. Es wurde im Wahlkampf geschaffen, um die ökonomische Sinnhaftigkeit der Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel in Frage zu stellen, die zehn Ausnahmen auf sogenannte Luxuslebensmittel wie Wachteleier vorsah. 

Unwörter und Spruch des Jahres 2008

„Gewinnwarnung“ (Platz 1), „Heimatpartei“ (Platz 2) und „Kulturdelikt“ (Platz 3) sind die österreichischen Unwörter des Jahres. Die Fußball-Europameisterschaft im Juni hat in Österreich auch ihre sprachlichen Spuren hinterlassen. Der Spruch des Jahres 2008 stammt von Teamchef Josef Hickersberger und erklärt das schlechte Abschneiden der österreichischen Nationalmannschaft: „Wir haben unsere Stärken trainiert, deswegen war das Training heute nach 15 Minuten abgeschlossen.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer dass der Spruch für die Jury in bester literarischer Tradition der österreichischen Selbstironie steht.

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Bildschirmgebräunt zur Gammelfleischparty

Das Jugendwort des Jahres 2008 

Der Jahreswechsel steht bevor und wie jedes Jahr werden zu diesem Anlass Jahresrückblicke präsentiert, Personen des Jahres gekürt und Bilanzen gezogen. Auch im sprachlichen Bereich werden jährlich neue Wettbewerbe und Preise  eingeführt und verschiedene Institutionen und Jurys küren Wörter, Unwörter und Sätze des Jahres. 

Jugendwort des Jahres 

Der Langenscheidt-Verlag rief in diesem Jahr die Wahl des Jugendwortes des Jahres ins Leben. Eine neunköpfige Jury entschied sich für die folgenden Sieger, die sich unter anderem gegen „Kalbfleisch-Knoppers“ (= Döner), „Heuchlerbesen“ (= Blumenstrauß) oder „Mietmaul“ (= Anwalt) durchsetzten:  

  • Platz 5: „Stockente“ als Bezeichnung für Nordic Walker
  • Platz 4: „Datenzäpfchen“ (= USB-Stick)
  • Platz 3: „unterhopft sein“ bezeichnet die Tatsache, dass man noch nicht betrunken genug ist und Lust auf mehr Bier hat
  • Platz 2: „Bildschirmbräune“ als Ausdruck für den blassen Teint von Büroangestellten und Computerfreaks
  • Platz 1: „Gammelfleischparty“: Das Jugendwort des Jahres 2008 bezeichnet Partys, die für Menschen über 30 Jahren veranstaltet werden. Die Jury betont den Ekelfaktor des Wortes, der gleichzeitig ein Aufmerksamkeitsmagnet ist. Außerdem habe der übersetzte Gegenstand den Spott der Jugendlichen verdient und durch ihre Ausgrenzung geradezu provoziert.

 

Das beste eingewanderte Wort 

Auch das beste eingewanderte Wort wurde 2008 gekürt: Auf Initiative des Goethe-Instituts und des Deutschen Sprachrats hin wurden 3.500 Vorschläge aus 42 Sprachen eingesandt. Der „Tollpatsch“ als Lehnwort aus dem Ungarischen setzte sich gegen seine Konkurrenten durch und gewann die Wahl.  

 

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Von Iso- und Pangrammen

„Fix Schwyz!“ und Heizölrückstoßabdämpfung 

Ein Pangramm ist ein Satz, der jeden Buchstaben des Alphabets enthält, wobei echte Pangramme jeden Buchstaben genau einmal enthalten. Mit lateinischen Buchstaben funktioniert das jedoch nicht und man muss die Buchstaben zum Teil doppelt verwenden. Ein berühmtes deutsches Pangramm ist „Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern“. Da dieses Pangramm aber keine Umlaute und das scharfe ß nicht berücksichtigt, bietet „Zwölf Boxkämpfer jagen Viktor quer über den großen Sylter Deich“ eine Alternative. 

Weitere Pangramme 

  • „Sylvia wagt quick den Jux bei Pforzheim.“
  • „Polyfon zwitschernd aßen Mäxchens Vögel Rüben, Joghurt und Quark.“
  • „‘Fix Schwyz!‘, quäkt Jürgen blöd vom Paß.“

Isogramme 

Isogramme dagegen bezeichnen ein Wort, in dem alle verwendeten Buchstaben gleich oft vorkommen. Das Phantasie-Isogramm „Heizölrückstoßabdämpfung“ mit 24 Buchstaben ist wohl das längste seiner Art. Das längste deutsche Isogramm, das tatsächlich verwendet wird und im Duden steht, ist „Dialektforschung“ (16 Buchstaben), gefolgt von „unproblematisch“, „Zwischenprodukt“, „Bildungsprojekt“ und „Komplizenschaft“.

 

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